Ostsee Urlaub in Breege Juliusruh

Juliusruh
Juliusruh Bild: Klugschnacker CC BY-SA 3.0

Breege-Juliusruh liegt ganz im Norden der Insel Rügen, auf der Halbinsel Wittow. Das Besondere: Der Ort hat zwei Gesichter. Auf der einen Seite die offene Ostsee mit dem langen Sandstrand der Schaabe, auf der anderen der ruhige Breeger Bodden mit seinem alten Fischerhafen. Zwischen beidem liegen oft nur ein paar hundert Meter Kiefernwald. Wer bei Ostwind nicht am Strand frieren will, geht einfach rüber zum Bodden, wo Windstille herrscht. Dieser Kontrast macht Breege-Juliusruh zu einem der entspanntesten Badeorte auf Rügen, fernab vom Trubel von Binz oder Sellin.

Ostseebad Breege-Juliusruh

Der Ort ist eigentlich ein Doppelort. Breege und Juliusruh wurden 1928 zu einem Seebad zusammengeschlossen, sind aber bis heute zwei unterschiedliche Charaktere. Breege ist das alte Fischer- und Kapitänsdorf am Bodden, im 18. und 19. Jahrhundert galt es als reichstes Dorf der Insel, weil hier die Boddenreedereien saßen. Juliusruh entstand planmäßig Ende des 18. Jahrhunderts, als Julius von der Lancken einen Park anlegen ließ. Daraus wurde später das klassische Seebad mit Strandzugang.

Schon vor über hundert Jahren warb Breege mit „ruhiger schöner Lage, unmittelbar am Wasser“ und „guter billiger Küche nebst Pension“. Viel von dieser Ruhe ist geblieben. Wer einen Badeort ohne große Promenadenmeile und Bettenburgen sucht, ist hier richtig.

Der Strand: die Schaabe

Sandstrand der Schaabe
Sandstrand der Schaabe Bild: Lapplaender CC BY-SA 3.0 de

Der Strand ist das Pfund, mit dem Breege-Juliusruh wuchert. Die Schaabe ist eine schmale Landzunge zwischen Wittow und Jasmund, und auf ihrer Ostseeseite zieht sich feiner, heller Sandstrand fast elf Kilometer weit bis nach Glowe. Direkt in Juliusruh ist der Strand bewacht, hier sorgt in der Saison die DLRG für Sicherheit. Hundebesitzer finden an den Randbereichen ausgewiesene Hundestrände, an denen die Tiere mit ins Wasser dürfen.

Wer es einsam mag, läuft einfach ein Stück Richtung Glowe. Der lange, unbewachte Abschnitt der Schaabe wird traditionell von FKK-Anhängern genutzt, aber niemand stört sich daran, wenn man in Badekleidung dazwischen liegt. Je weiter man läuft, desto leerer wird es, selbst im Hochsommer.

Strandkörbe gibt es an den Hauptzugängen in Juliusruh. Die Miete liegt 2026 bei etwa 12 bis 15 Euro pro Tag und damit deutlich unter den Preisen in Binz oder Sellin. Im Hochsommer lohnt es sich, früh dran zu sein, die schattigen und windgeschützten Plätze sind schnell weg.

Hafen in Breege

Hafen Breege
Andreas Steinhoff, Attribution, via Wikimedia Commons

Der Hafen am Bodden ist einer der ältesten auf Rügen und ein hübsches Ensemble aus kleinen Yachten, Segelbooten und Fahrgastschiffen. Hier gibt es eine Segelschule, Charterangebote, eine Fischerei und das Hafenbüro. Vom Hafen Breege bis zum Ostseestrand in Juliusruh sind es zu Fuß rund anderthalb Kilometer, ein gemütlicher Spaziergang von einer guten Viertelstunde durch den Wald.

Der Hafen ist außerdem der Startpunkt für Ausflüge zur autofreien Nachbarinsel Hiddensee und für Schiffstouren nach Ralswiek zu den Störtebeker Festspielen.

Mit dem Schiff nach Hiddensee

Ab Breege fährt die „Wappen von Breege“ der Reederei Kipp (FRS Weiße Flotte) direkt nach Hiddensee. In der Hauptsaison vom 26. Juni bis 13. September 2026 geht es täglich um 9:30 Uhr ab Hafen Breege los, zurück um 15:15 Uhr ab Vitte. In der Vor- und Nachsaison fährt das Schiff von Montag bis Samstag. Dienstags wird zusätzlich der kleine Hafen Vieregge angelaufen.

Die Überfahrt dauert etwa eine Stunde und 15 Minuten und führt quer durch den Großen Jasmunder Bodden, vorbei an der Halbinsel Bug. Das ist landschaftlich der schönere Weg nach Hiddensee, und man spart sich die oft staureiche Anfahrt zum Hauptfährhafen Schaprode im Westen der Insel. Fahrräder können gegen Aufpreis mit an Bord, am besten gleich online mitbuchen. Mit der Kurkarte von Breege-Juliusruh gibt es Ermäßigung auf die Schiffstickets.

Direkt am Hafen stehen zwei Parkplätze zur Verfügung: der Großparkplatz an der Dorfstraße und ein Parkplatz direkt am Anleger am Boddenweg. Beide nur wenige Gehminuten vom Schiff entfernt.

In und um Breege

Ein Bummel durch Breege ist ein Bummel durch ein echtes Fischerdorf. Die reetgedeckten Kapitäns- und Bauernhäuser entlang der gewundenen Dorfstraße stammen großteils aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Typisch sind die verzierten Haustüren und die Kapitänsgiebel, von denen aus die Seeleute früher das Wetter überm Bodden beobachteten. Wer vom Ortseingang hinunter zum Hafen schlendert, sieht die schönsten Häuser. In Hafennähe gibt es Restaurants, ein Hotel sowie Pensionen und Ferienwohnungen.

Breege-Juliusruh ist ein guter Ausgangspunkt für Touren über die Halbinsel Wittow. Per Rad oder Auto erreicht man schnell die wichtigsten Ziele im Norden:

  • Kap Arkona mit seinen beiden Leuchttürmen und dem Peilturm, dazu die slawische Jaromarsburg
  • Fischerdorf Vitt, ein winziges, reetgedecktes Dörfchen in einer Schlucht, eines der hübschesten Motive der Insel
  • Nationalpark Jasmund mit den berühmten Kreidefelsen und dem Nationalparkzentrum Königsstuhl, jenseits der Schaabe auf der Nachbarhalbinsel
  • Sassnitz mit Hafen und Molenpromenade, rund eine halbe Stunde mit dem Auto

Für die Kreidefelsen und den Königsstuhl gibt es mit der Kurkarte ebenfalls ermäßigten Eintritt.

Anreise nach Breege-Juliusruh

Mit dem Auto kommt man über die B96 in den Norden Rügens. Wer von Süden kommt, etwa aus Binz, fährt Richtung Sassnitz, dann über die B96 Richtung Sagard und Altenkirchen und folgt der Ausschilderung nach Glowe und Breege. Von Binz sind es rund 30 Kilometer und etwa 35 Minuten, von Sassnitz nur etwa 25 Kilometer.

Eine Abkürzung mit Charme ist die **Wittower Fähre**. Sie verbindet das Kernland Rügens bei Trent mit der Halbinsel Wittow und pendelt im Dauerbetrieb etwa alle 15 bis 20 Minuten über den Rassower Strom. Die Überfahrt selbst dauert nur wenige Minuten und spart auf der Strecke aus dem Westen der Insel einiges an Zeit. In der Hauptsaison kann sich an der Fähre allerdings eine Warteschlange bilden, dann ist die Route über die B96 manchmal die entspanntere Wahl.

Wer ohne Auto anreist, nimmt die Bahn bis Bergen auf Rügen oder Sassnitz und steigt dann in die Busse der VVR um. Mit der Kurkarte aus Breege-Juliusruh ist die Busnutzung auf den Halbinseln Wittow und Jasmund kostenlos.

Kurtaxe, Parken und Praktisches

In Breege-Juliusruh wird ganzjährig eine Kurabgabe erhoben. In der Hauptsaison liegt sie 2026 bei rund 1,50 bis 2,00 Euro pro Person und Tag. Wer in Hotel, Pension oder Ferienwohnung übernachtet, bekommt die Kurkarte vom Gastgeber, der sie spätestens 24 Stunden nach Anreise aushändigen muss. Auch Tagesgäste müssen eine Tageskurkarte lösen.

Die Kurkarte ist mehr als eine Pflichtabgabe. Sie bringt: kostenlose Busfahrten auf Wittow und Jasmund, freien Strandzugang, ermäßigte Schiffstickets nach Hiddensee und Ralswiek, günstigeren Eintritt am Königsstuhl und Rabatte bei lokalen Anbietern. Wer die kostenlosen Busse nutzt, hat den Tagessatz oft schon mit einer Hin- und Rückfahrt wieder drin, gerade weil das Parken an den Stränden Geld kostet.

Apropos Parken: Auf den öffentlichen Plätzen im Gemeindegebiet werden Parkgebühren fällig. Viele Vermieter stellen aber kostenfreie Parkausweise oder eigene Stellplätze zur Verfügung, das lohnt sich, vor der Buchung zu klären. Anlaufstelle für alle Fragen ist das auffällige „Haus des Gastes“ am Ortseingang von Juliusruh. Dort gibt es Schiffs- und Eintrittskarten, Wander- und Radkarten, kostenfreies WLAN und Auskünfte rund um die Insel.

Ein praktischer Tipp zum Schluss: Die schönste Reisezeit ist oft nicht der Hochsommer, sondern Mai, Anfang Juni und September. Dann ist der lange Schaabe-Strand fast leer, die Strandkörbe sind günstiger und an der Wittower Fähre steht man nicht im Stau.

Karte & Anfahrt

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