Störtebeker Festspiele Ralswiek

Bühnenbild Störtebecker Festspiele
©Störtebeker Festspiele Foto: Jens Köhler / Pressebild

Die Störtebeker Festspiele in Ralswiek auf Rügen ziehen jeden Sommer Hunderttausende an. Seit 1993 läuft das Spektakel am Ufer des Großen Jasmunder Boddens, und mit über 330.000 Besuchern pro Spielzeit ist es das erfolgreichste Open Air Theater Deutschlands. Auf der einzigartigen Naturbühne erlebst du eine Zeitreise in die Welt der Hanse und der Piraterie, mit dem legendären Seeräuber Klaus Störtebeker im Mittelpunkt. Dazu Schiffe, Pferde, Stunts und jeden Abend ein Feuerwerk über dem Bodden.

Störtebeker Festspiele 2026: „Likedeeler“

In der Saison 2026 geht die große Erzählung weiter. Die Festspiele stehen in ihrer 32. Saison, und unter dem Titel „Likedeeler“ beginnt Teil II des 7. Spielzyklus. Der Titel ist gut gewählt: „Likedeeler“ bedeutet „Gleichteiler“ und war der Beiname von Störtebekers Gemeinschaft, die ihre Beute zu gleichen Teilen aufteilte. Im Stück geht es um Machtkämpfe, Loyalität, Verrat und Zusammenhalt, getragen von der Idee des gerechten Teilens.

Was dich auf der Bühne erwartet, ist großes Kino unter freiem Himmel. Ein Theaterstück mit über 150 Mitwirkenden, 30 Pferden, 4 Schiffen, waghalsigen Stunts und aufwendigen Spezialeffekten. Den Abschluss jedes Abends bildet ein Feuerwerk über dem Großen Jasmunder Bodden.

Störtebeker Festspiele Spezialeffekte

Termine und Spielzeiten 2026

Du hast den ganzen Sommer über Gelegenheit, das Stück zu sehen. Gespielt wird vom 20. Juni bis 5. September 2026, immer Montag bis Samstag, jeweils um 20 Uhr. Die Premiere ist für den 20. Juni angesetzt, die Generalprobe findet einen Tag vorher am 19. Juni statt. Geplant sind über 60 Vorstellungen. Eine Aufführung dauert üblicherweise rund drei Stunden inklusive Pause.

Wer war Störtebeker?

Bei den Festspielen dreht sich alles um den berühmtesten deutschen Piraten, Klaus Störtebeker. Vermutlich um 1360 geboren, wurde er als Anführer der Vitalienbrüder bekannt, die als Kaperfahrer den Handelsverkehr in Nord und Ostsee störten. Bekannt waren sie dafür, dänische und Lübecker Schiffe auszurauben, später trafen die Angriffe auch andere Hansestädte.

Die Überfälle nahmen immer weiter zu, und damit machten sich die Vitalienbrüder die Hanse, Dänemark und den Deutschen Ritterorden zum Feind. Eine Flotte wurde ausgesandt, doch viele Piraten, darunter Störtebeker, konnten fliehen. Später setzte er sich nach Holland ab und führte von dort Raubzüge gegen die Hanse. Der Sage nach wurde der auf Rügen geborene Störtebeker nach seiner Gefangennahme 1401 gemeinsam mit zahlreichen seiner „Likedeeler“ auf dem Hamburger Grasbrook hingerichtet.

Ein verbreiteter Irrtum sei hier ausgeräumt: Das oft als Störtebeker gezeigte Porträt zeigt tatsächlich den Edelmann Kunz von der Rosen, der rund hundert Jahre später lebte. Ein gesichertes Bild von Störtebeker selbst existiert nach heutigem Stand nicht.

Die Adlershow „Könige der Lüfte“

Vor der eigentlichen Vorstellung gibt es ein beliebtes Vorprogramm. An Spieltagen um 18 Uhr zeigt die Falknerei Walter unter dem Titel „Könige der Lüfte“ Adler, Falken und Bussarde im freien Flug, mit gewaltigen Flügelspannen und spektakulären Flugmanövern. Einzige Ausnahme ist der Premierentag am 20. Juni 2026, an dem die Show nicht stattfindet.

Die Adlershow ist nur in Verbindung mit einer gültigen Eintrittskarte der Festspiele buchbar. Sie kostet 11,50 Euro für Erwachsene und 7,50 Euro für Kinder bis einschließlich 15 Jahre, jeweils inklusive Ticketgebühr.

Preise 2026

Platzgruppen

Die Naturbühne ist in sechs Platzgruppen unterteilt, von den vorderen nummerierten Reihen bis zu den günstigeren hinteren Plätzen. Alle Preise verstehen sich inklusive Ticketgebühr pro Karte.

  • Platzgruppe I (Reihe 1 bis 10): Erwachsene 50,00 Euro, Kinder 40,00 Euro
  • Platzgruppe II (Reihe 11 bis 28): Erwachsene 47,00 Euro, Kinder 37,00 Euro
  • Platzgruppe III (Reihe 29 bis 46): Erwachsene 44,00 Euro, Kinder 34,00 Euro
  • Platzgruppe IV (Reihe 47 bis 63): Erwachsene 32,00 Euro, Kinder 22,00 Euro
  • Platzgruppe V (Reihe 64 bis 76): Erwachsene 27,00 Euro, Kinder 17,00 Euro
  • Platzgruppe VI (Reihe 77 bis 91): Erwachsene 22,00 Euro, Kinder 12,00 Euro

Die Kinderpreise gelten bis einschließlich 15 Jahre. Gruppen ab 21 Personen bekommen in den Platzgruppen I bis V bei Vorauszahlung 10 Prozent Ermäßigung, allerdings nicht an Samstagsvorstellungen.

Ein Tipp aus Erfahrung: Wochenenden und die Sommerferienwochen sind am stärksten nachgefragt, und viele Vorstellungen sind ausverkauft. Wer flexibel ist, bekommt unter der Woche und am Saisonrand im Juni oder Anfang September oft leichter gute Plätze. Beachte beim Kauf, dass eine Rückgabe oder ein Umtausch nicht möglich ist, weil bei terminierten Theaterveranstaltungen kein Widerrufsrecht besteht.

Tickets

Karten gibt es außerdem an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

Anfahrt und Parken

Ein wichtiger Hinweis vorweg: Während der Spielzeit wird Ralswiek ab 17 Uhr für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Im Dorf selbst gibt es keine Parkplätze. Es stehen aber drei kostenlose Großparkplätze zur Verfügung.

Der Parkplatz Gnies (Michels) ist für PKW, Wohnmobile und Busse geeignet und liegt etwa 10 Gehminuten von der Naturbühne entfernt. Für Wohnmobile und Campingbesucher ist das die Empfehlung des Veranstalters.

Der Parkplatz an der B96 (Störtebeker) ist für PKW und rund 15 Gehminuten entfernt. Von dort fährt ab 17 Uhr im Pendelverkehr die Bimmelbahn, der Jagdschlossexpress, ein eigenständiges Unternehmen. Rollstuhlfahrer erreichen die Bahn unter 038393 33880.

Für Rollstuhlfahrer gibt es kostenlose Parkplätze im Ort, dafür bitte den Ausweis bereithalten. Du kannst auch bis vor die Tore des Theaters fahren, ausladen und dann im Ort parken. Das gesamte Festspielgelände ist barrierefrei.

Wer ohne Auto anreisen möchte, hat mehrere Möglichkeiten. Besonders stimmungsvoll ist die Anreise per Schiff vom Breeger Hafen zum Hafen Ralswiek (Tel. 03831 26810).

Mit dem Bus gibt es Fahrplaninfos bei der VVR unter 038326 600800 oder auf vvr-bus.de. Taxis erreichst du unter 03838 313939 oder 03838 252627.

Gut zu wissen

Ein paar praktische Punkte für deinen Besuch. Toiletten auf dem Festspielgelände sind nach Einlass kostenfrei nutzbar, die Toiletten im Ort sind kostenpflichtig und gehören nicht zu den Festspielen. Bei Regen wird grundsätzlich gespielt, seit 1993 wurde keine Vorstellung abgesagt. Fotografieren vom Platz aus ist für den privaten Gebrauch erlaubt, das Filmen des Stücks und das Hochladen auf Videoplattformen sind dagegen untersagt. Bei der Abreise solltest du etwas Geduld mitbringen, schließlich handelt es sich um eine Großveranstaltung.

Ausblick auf 2027

Wer auf den Geschmack kommt, kann sich schon auf die Fortsetzung freuen. Auch 2027 wird die Legende weitererzählt, dann mit Teil III des 7. Spielzyklus rund um den sagenumwobenen Freibeuter.

Anfahrt & Karte


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