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Die Ostseek├╝ste z├Ąhlt zu den beliebtesten Urlaubszielen der Deutschen, eben weil sie so vielf├Ąltig und teilweise auch noch so naturbelassen ist. Ganz gleich ob einsame Steilk├╝ste oder Puderzucker-Sandstrand, lebhafte Badeorte oder stille kleine Fischerd├Ârfer, bunte Hafenst├Ądte oder geschichtstr├Ąchtige Orte, an der Ostsee gibt es f├╝r jeden das richtige Ambiente. Und dabei ist es eigentlich egal, ob der Urlauber die deutsche Ostsee, die polnische Ostsee oder die russische Ostsee bevorzugt.
strand-russische-ostsee-1 ­čçĚ­čç║ Russische Ostsee

Beschreibung

Aber mal Hand aufs Herz. Wer von uns denkt bei dem Begriff Ostseek├╝ste gleich an Russland?

Nat├╝rlich ist auch Russland ein Anrainerstaat der Ostsee, wenn auch der russische K├╝stenabschnitt relativ klein ist. Aber das Gebiet zwischen Polen und Litauen mit der Exklave Kaliningrad auf der einen und der nord├Âstlichste Teil der Ostsee im finnischen Meerbusen auf der anderen Seite sind sehr interessante russische Ostseeregionen. Auch wenn sie bei deutschen Urlaubern noch weitgehend unbekannt sind, lohnt sich ein Besuch auf jeden Fall. Denn die russischen Ostseek├╝sten sind von den Landschaften her einzigartig und au├čerdem atmet die ganze Region Geschichte. Eine Geschichte zu der immer auch Deutsche geh├Ârt haben.

Kaliningrad

Kaliningrad, das ehemalige ostpreu├čische K├Ânigsberg und sein Umland wurden nach dem 2.Weltkrieg im Rahmen des Potsdamer Abkommens der damaligen Sowjetunion zugesprochen, die mit der Exklave einen eisfreien Ostseehafen bekam. Lange war Kaliningrad Milit├Ąr-Sperrgebiet und eine abgeschottete Stadt und Reisen dahin waren kaum m├Âglich. Heute kann man in das Gebiet reisen und zwei der landschaftlich sch├Ânsten Gegenden des ehemaligen Nordostpreu├čens besuchen, das Samland und die Kurische Nehrung. Die kurische Nehrung ist eine an die 100 Kilometer lange schmale Halbinsel, die das Haff mit seinem S├╝├čwasser von der Ostsee trennt. Knapp die H├Ąlfte des Gebietes geh├Ârt zu Russland, der andere Teil zu Litauen. Auf dem schmalen Streifen Land gibt es die gr├Â├čten Wanderd├╝nen der Ostsee, gewaltige wandernde Sandberge, die in der Vergangenheit ganze D├Ârfer unter sich begraben haben. Die Landschaft ist einzigartig und heute auf beiden Seiten der Grenze Schutzgebiet. Die wahrscheinlich gr├Â├čte Wanderd├╝ne Europas, die Parnidis-D├╝ne liegt direkt an der Grenze. Das Samland beginnt bei Kaliningrad/K├Ânigsberg und reicht bis Baltkijst/Pillau. Hier liegen ehemals sehr bekannte und mond├Ąne ostpreusische Badeorte wie zum Beispiel Rauschen und Cranz. Ab Anfang des 19.Jahrhunderts machten hier der Adel und die b├╝rgerliche Oberschicht Kur oder Urlaub und viele K├╝nstler besa├čen Ferienwohnungen

Swetlogorsk

Das fr├╝here Rauschen war eines der bekanntesten Seeb├Ąder Nord-Ostpreu├čens. Nach dem Krieg und w├Ąhrend der Abrieglung in Dornr├Âschenschlaf versunken, ist es in letzten Jahrzehnten wieder ein sehr beliebter Urlaubsort mit viel Charme und Flair. Man sieht noch viele Relikte aus vergangenen Tagen, wundersch├Âne Strandvillen und urige Holzh├Ąuser aber es entsteht durchaus auch Neues. Ein Highlight ist die lange Strandpromenade und der goldfarbige feine Sandstrand. Im Sommer ist in Swetlogorsk eine Menge los. Neben einem sehr aktiven Strandleben gibt es auch viele kulturelle Veranstaltungen wir Festivals und Theaterauff├╝hrungen im Freien.

Selenogradsk

Die Kleinstadt hie├č bis 1946 Cranz und war ebenfalls ein ostpreu├čischer Badeort, sogar noch mond├Ąner als Rauschen. Heute geht es beschaulicher und stiller zu als in Swetlogorsk, daf├╝r gibt es keine steilen K├╝stenabschnitte und der Strand ist sogar noch sch├Âner. Wer Ruhe und Natur bevorzugt und sich f├╝r Geschichte interessiert, wird gerade vom etwas maroden Charme Selenogradsk begeistert sein.

├ťberall im Samland ist die Natur traumhaft sch├Ân mit ihren breiten wei├čen Sr├Ąnden, schroffen Steilk├╝sten, den dichten unber├╝hrten W├Ąldern und stillen Flu├čauen. Auch die Tierwelt ist einzigartig. In Rybachy, dem fr├╝heren Rositten gibt es eine gro├če Vogelwarte, die 1901 von einem deutschen Ornithologen gegr├╝ndet wurde. Dort erf├Ąhrt man in einer sehr interessanten Ausstellung alles ├╝ber die Vogelwelt der Region.

Kaliningrad

Die Hafenstadt Kaliningrad (fr├╝her K├Ânigsberg) wurde im 13.Jahrhundert von L├╝becker Kaufleuten als Handelsplatz gegr├╝ndet und war sp├Ąter Residenzstadt der preu├čischen Monarchie und die n├Ârdlichste Stadt des Deutschen Reiches. Nach dem Krieg erhielt die nun russische Stadt den Namen des ehemaligen sowjetischen Staatsoberhauptes Michail Kalinin. Heute hat Kaliningrad 470.000 Einwohner und ist ein Wirtschafts-und Industriezentrum. Sehenswert sind besonders der K├Ânigsberger Dom auf der Kantinsel und die russisch-orthodoxe Christ-Erl├Âser-Kirche. Sehr interessant ist auch das Bernsteinmuseum der Stadt- die gesamte K├╝stenregion ist reich an Bernsteinen.

Rund 1000 Kilometer weiter nord├Âstlich beginnt bei der estnisch-russischen Zwillingsstadt Narva/Ivangorod ein weiterer Abschnitt der russischen Ostseek├╝ste. Er reicht bis in die N├Ąhe von Wyborg an der Grenze zu Finnland. Das Herzst├╝ck dieses K├╝stenabschnittes ist ohne Frage St.Petersburg.

Sankt Petersburg

Die zweitgr├Â├čte Stadt Russlands mit rund 5 Millionen Einwohnern liegt sozusagen ganz am Ende des finnischen Meerbusens an der M├╝ndung des Flusses Newa in die Ostsee. Zar Peter der Gro├če gr├╝ndete sie 1703 auf sumpfigen Gel├Ąnde, um einen Zugang zur Ostsee zu haben. Vom 18. bis ins 20 Jahrhundert war Petersburg die Hauptstadt des Russischen Reiches und der Sitz der Zaren. Sie ist auch heute noch ├╝beraus prunkvoll und sch├Ân mit ihren Pal├Ąsten, ihren Schl├Âssern und Parks, mit ihren Kirchen, den golden Kuppeln und den reich verzierten Br├╝cken ├╝ber die vielen Kan├Ąle und die Newa. Allein in der historischen Innenstadt gibt es ├╝ber 2000 Prunkbauten aus der Zarenzeit. Viele von ihnen wurden aufw├Ąndig restauriert und beherbergen heute Museen, Galerien, Theater und st├Ądtische Beh├Ârden. Der Newsky Prospekt, eine viereinhalb Kilometer lange Prachtstra├če im Stadtzentrum, kann es ohne weiteres mit der Champs Elysees in Paris aufnehmen, die vielen Kan├Ąle der Stadt erinnern an Venedig und die ber├╝hmte Eremitage mit ihren Kunstsch├Ątzen kann man tagelang wandern. Ber├╝hmt sind auch die Wei├čen N├Ąchte von Petersburg. Um die Zeit der Sommersonnenwende herum wird es hier im Norden nicht komplett dunkel und die dann keine Sekunde schlafende Stadt, mit ihren unendlich vielen Vergn├╝gungen ist in diesen Nachtstunden in ein magisches Licht geh├╝llt und einer der romantischsten Orte der Welt. Aber auch im restlichen Jahr ist St. Petersburg eine bezaubernde Stadt. Das wissen auch die Kreuzschifffahrts-Unternehmen und deshalb hat die Stadt einen gro├čen Hafenteil nur f├╝r die vielen Kreuzfahrtschiffe, die hier jeden Tag vor Anker gehen. Aber auch viele Linienf├Ąhren verkehren hier, zum Beispiel nach Helsinki, Stockholm, Riga und Tallin. Im Winter aber ist der Teil des finnischen Meerbusens oft zugefroren. Mit etwas Gl├╝ck kann man dann im Luftkissenboot ├╝ber das Eis dahingleiten, die erstarrten Wellen unter sich sp├╝ren.

Kronstadt

Die ebenfalls sehr interessante russische Ostseestadt liegt vor Petersburg auf der Insel Kotlin, durch einen Damm und einen Tunnel mit dem Festland verbunden. Kronstadt war einmal eine uneinnehmbare Festungsstadt, dazu erbaut, Petersburg vor Feinden von der Seeseite aus zu sch├╝tzen. Peter der Gro├če lie├č sie zusammen seiner Hauptstadt errichten. Bis 1966 war Kronstadt milit├Ąrisches Sperrgebiet und nur mit einer Sondergenehmigung zu betreten. Heute ist sie ein beliebtes touristisches Ziel und Besucher k├Ânnen die historische Altstadt aber auch viele der Festungsanlagen besichtigen. Kronstadt ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Sehr sehenswert ist die in Kronstadts Stadtzentrum befindliche riesige Marine Kathedrale zu Ehren des Heiligen Nikolaus. Das Kreuz auf ihrem hohen Turm diente den nach Petersburg fahrenden Schiffen als weithin sichtbarer Leuchtturm. Ihre Fenster ├Ąhneln Schiffsbullaugen und auf dem Fu├čboden sind Meerestiere dargestellt. Wegen ihrer riesigen Kuppel vergleicht man die Kathedrale von Kronstadt manchmal mit der Hagia Sophia von Istanbul. Interessant ist auch ein Besuch des Forts Gro├čf├╝rst Konstantin. Es war fr├╝her Testgel├Ąnde f├╝r Artilleriewaffen und ist heute ein Kulturzentrum und ein Jachtclub. Von den Mauern des Forts aus hat man einen tollen Ausblick auf die Bucht.

Wyborg

Die Stadt Wyborg liegt im ├Ąu├čersten Nordosten der russischen Ostseek├╝ste in der N├Ąhe der russisch finnischen Grenze im Gebiet Karelien. Wyborg wurde im Mittelalter von den Schweden gegr├╝ndet und geh├Ârte im Laufe der Geschichte zu verschiedenen Staaten. Sie war schwedisch, danach russisch, sp├Ąter finnisch und kam w├Ąhrend des 2.Weltkrieges zu Russland, wobei die finnischen, schwedischen und teilweise auch deutschen Bewohner zum gro├čen Teil zwangsumgesiedelt wurden. Im alten Stadtzentrum st├Â├čt man ├╝berall noch auf Spuren der bewegten Geschichte Wyborgs. Mit ihren kleinen manchmal verfallenden G├Ąsschen und der mittelalterlichen Burg wirkt die Stadt wie aus der Zeit gefallen. Sie scheint nirgendswo richtig hinzugeh├Âren, ihre Bauwerke sind nicht russisch, nicht finnisch und auch nicht schwedisch sondern eine eigent├╝mliche aber sehr anr├╝hrende Mischung. Aber es gibt auch das moderne Wyborg der Sowjetzeit mit breiten Stra├čen, gleichf├Ârmigen Wohnbl├Âcken und schmucklosen Industriebauten, daneben aber auch verspielte Giebel aus der finnischen Zeit, die mit unz├Ąhligen T├╝rmchen und Erkern geschm├╝ckt sind.

Russland Visum

Wer eine Reise an die russische Ostseek├╝ste plant muss sich nat├╝rlich mit den geltenden Einreisebestimmungen besch├Ąftigen. Deutsche Staatsb├╝rger ben├Âtigen f├╝r die Einreise einen Reisepass und f├╝r Kinder einen Kinderreisepass. Au├čerdem ben├Âtigt man ein von der zust├Ąndigen russischen Auslandsvertretung ausgestelltes Visum. Das zu bekommen, stellt aber in der Regel kein Problem dar. Bei der gebuchten Pauschalreise k├╝mmert sich das Reiseunternehmen oder das Reiseb├╝ro um alle Formalit├Ąten. Wer privat zum Beispiel mit dem PKW anreisen m├Âchte, kann sich das Visum f├╝r Russland entweder selbst bei einer offiziellen Visa-Stelle besorgen, aber auch ├╝ber eine Reiseagentur oder online ├╝bers Internet bestellen.

Kreuzfahrtreisende und F├Ąhrpassagiere ben├Âtigen im Rahmen von Gruppenreisen kein Visum, wenn sie sich nicht l├Ąnger als 72 Stunden und nur in der N├Ąhe der jeweiligen Hafenstadt aufhalten. In dem Fall k├╝mmert sich der Reiseveranstalter oder die Reederei um die Anmeldung und Registrierung.

Auch bei Reisen in die Exklave Kaliningrad wird ein Visum ben├Âtigt. Reist man auf dem Landweg ├╝ber Polen an, braucht man bei der Durchreise durchs Nachbarland als EU-B├╝rger weder Pass noch Visa. Der Personalausweis reicht aus. Eine andere sehr interessante M├Âglichkeit, nach Kaliningrad oder auf den russischen Teil der Kurischen Nehrung zu kommen, ist die F├Ąhre von Kiel oder von Sassnitz nach Klaipeda in Litauen. Von dort kommt man mit einer weiteren kurzen F├Ąhrfahrt nach Smiltyne auf der Nehrung und von da ab ├╝ber die russische Grenze. Auf dem Landweg geht es von Klaipeda aus bei Sowjetsk, dem ehemaligen Tilsit ├╝ber die russische Grenze. Auch bei der Durchreise durch Litauen gen├╝gt der Personalausweis.

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