Was ist mit der Warnowwerft passiert?

Rostock Hafen Warnow Werft
Lastenkran in der Werft von Rostock - Warnemünde

Die ehemalige Warnowwerft, in Rostock-Warnemünde,  gehörte zur Unternehmensgruppe “Nordic Yards”. Die 1946 gegründete Werft war die größte in der DDR und ein wichtiger regionaler Arbeitgeber. Sie war Teil des “Schiffbau-Kombinats”, eines öffentlichen Unternehmens des sozialistischen Staates. Nach der Wiedervereinigung wurde die Werft in die Warnow-Werft Warnemünde GmbH umbenannt und 2016 wurde die Werft in die Unternehmensgruppe MV Werften integriert. Die genauen Details lesen Sie in diesem Beitrag.

Warum ist die Warnowwerft Pleite gegangen?

Obwohl zur Wende die Auftragsbücher voll waren, hatte die Warnowwerft finanzielle Probleme durch die Währungsreform von der in Mecklenburg-Vorpommern bis zur Wiedervereinigung gültigen Mark zur früheren D-Mark. Aufgrund des Wechselkurses blieben von den Großaufträgen aus der UDSSR nur noch wenige D-Mark übrig, wobei die Kosten größtenteils gleich geblieben sind. Dadurch konnten Altlasten nicht mehr beglichen und anfallende Kosten nicht mehr in voller Höhe getragen werden. Da Subventionen über den damals schon subventionierten Schiffbau der alten Bundesländer nicht reichte, musste die Werft an der Warnow Insolvenz anmelden.

Geschichte der Warnowwerft / MV Werften

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Während der Wirtschaftsreformen der DDR-Wende wurde die Warnowwerft am 1. Juni 1990 an ein Unternehmen übertragen und Warnowwerft Warnemünde GmbH genannt. Am 1. Oktober 1992 verkaufte die Treuhandanstalt die Warnow-Werft an die norwegische Kvaerner ASA. Zwischen 1992 und 1995 erhielt Kvaerner Subventionen in Höhe von 1 Mrd. DM für die Umstrukturierung der Warnemünder Werft. Ein wichtiges Ereignis fand am 13. Januar 2000 statt, die Lieferung des größten jemals in Deutschland gebauten Containerschiffs.

Im Jahr 2001 zeigten die Schiffbauer der Werft, dass sie nicht nur Schiffe bauen konnten, sondern auch Ölplattformen. Die Bohranlage Stena Don wird ausgeliefert und markiert auch einen weiteren, den 400. Neubau der Werft, seit ihrer Gründung im Jahr 1946.

Warnow-Werft 1956
Warnow-Werft 1956 / Bild: Bundesarchiv CC BY-SA 3.0 de

2001 war kein gutes Jahr für den Schiffbau. Im September gab die norwegische Muttergesellschaft – Kvaerner ASA – bekannt, durch eine Übernahme von Trafalgar in finanzielle Schwierigkeiten geraten zu sein. Im Februar 2002 gaben Kvaerner ASA und Aker RGI bekannt, dass sie ihre Schiffbauaktivitäten weltweit zusammenlegen. Seit der Integration der Kvaerner-Gruppe in die bestehende Aker Yards-Gruppe kooperieren die ehemalige Kvaerner Warnow Werft Rostock GmbH und die Aker MTW Werft unter dem Namen Aker Ostsee.

Anfang 2004 wurde die Aker Yards Ostsee erneut umstrukturiert und das Unternehmen aus Warnemünde aufgeteilt. Erst Anfang 2007 war die wirtschaftliche Situation so gut, dass komplette Schiffe gebaut und wieder nach Warnemünde geliefert wurden.

Im Jahr 2008 verkaufte Aker Yards eine 70% ige Beteiligung an den russischen Finanzinvestor FLC West. Die Transaktion trat rückwirkend im Januar 2008 in Kraft und ab dem 22. September wurden die Werften als Wadan Yards betrieben.

Mitte 2009 meldeten die Wadan Yards Group AS, darunter die Wadan Yards Warnow GmbH in Warnemünde, Insolvenz an und im August 2009 konnte der Insolvenzverwalter einen Investor vorstellen, der auch die Werft Warnemünde übernahm. Der Leiter des Nordstream-Büros in Moskau, Vitali Yussufov kaufte für rund 40,5 Millionen Euro deutsche Teile der Wadan-Firma.

Im März 2016 erwarb die malaysisch-chinesische Reederei Genting Hong Kong die Nordic Yards zu einem Kaufpreis von 230,6 Millionen Euro, während die Werft Warnemünde einen Wert von 90,8 Millionen Euro hatte . Mit der Lloyd Werft Bremerhaven sollten die Werften von Wismar, Warnemünde und Stralsund unter dem Namen “Lloyd Werft Group” operieren und Kreuzfahrtschiffe herstellen. Im Juli 2016 wurde jedoch angekündigt, die Werft Warnemünde stattdessen in die Unternehmensgruppe MV Werften zu integrieren.

Wie sind die alten Strukturen heute?

Aus der Ursprünglichen Warnow-Werft hat sich aktuell die MV-Werften in Rostock Warnemünde, Wismar und Stralsund werden aktuell Luxuskreuzer gefertigt, die auf den Meeren der Welt unterwegs sein werden. Im folgenden Video können Sie einige Eindrücke des Fabrikgeländes der ehemaligen Warnowwerft holen.

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Welche Namen tragen die Werften heute und was machen sie?

Werft in Wismar

MV Werften Wismar
Luxusliner vor der Werft in Wismar Pressebild: mv-werften.com

Als Hauptsitz ist Wismar auch der Sitz des Managements, insbesondere in den Bereichen Projektplanung, Bau, Einkauf und Finanzen. Die Kreuzfahrtriesen der Global Class-Serie für Dream Cruises werden schließlich in Wismar zusammengestellt und ausgerüstet.

Die Produktion und Fertigung von Kabinen der Kreuzfahtschiffe unserer Schwesterfirma MV WERFTEN Fertigmodule GmbH befindet sich ebenfalls in Wismar. Die Passagierkabinen, Suiten und Mannschaftskabinen von Schiffen der Global- und Endeavour-Klasse werden von hier aus in Form von vormontierten Modulen an die Werften in Stralsund und Rostock geliefert.

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Werft in Rostock-Warnemünde

Der Standort in Rostock-Warnemünde verfügt über einen trennbaren Baukai mit einer Breite von 54 Metern und einer Tiefe von elf Metern. Mit einer Länge von 320 Metern sind 80 Meter abgedeckt. Hier können Projekte bis zu einer Höhe von 85 Metern ausgeführt werden. Der 95 Meter hohe und weithin sichtbare Portalkran, eines der Symbole des Badeortes Warnemünde, hat eine Tragfähigkeit von bis zu 700 Tonnen. In der Werft können Schiffe mit einer Tragfähigkeit von bis zu 200.000 Tonnen (dwt) gebaut werden.

In dem neuen Schiffbaukomplex in Rostock verfügen die MV-Werften über eine der modernsten Laser-Paneellinien der Welt und eine neue, hocheffiziente Schnittlinie. Die meisten großen Teile von Weltklasse-Schiffen werden daher in Rostock hergestellt und an angeschlossene Werften verschickt.

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Werft in Stralsund

Auf 340.000 m² Fabrikgelände bieten die MV Werften hochmoderne Produktionsanlagen und umfassendes Know-how im Schiffbau. Die Werft in Stralsund verfügt über eine 300 m lange, 108 m breite und 74 m hohe Schiffshalle mit einem Portalkran, der 800 t tragen kann. Stralsund ist der einzige Standort der MV Werften mit einem Bootslift – einer der größten der Welt mit einer Länge von 270 Metern, einer Breite von 35 Metern und einer Ladekapazität von über 25.000 Tonnen. Es kann Schiffe mit einer Länge von bis zu 295 Metern absenken.

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Wie viel Leute arbeiten dort?

Laut Wikipedia arbeiteten im März 2020 an die 3100 Mitarbeiter in den 3 Standorten der MV-Werften.

Kann man die Warnowwerft besuchen?

Ein Besuch oder eine Besichtigung der Werftgelände der MV-Werften ist für Touristen aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Es sei denn, die MV-Werften veranstalten einen Tag der offenen Tür. An diesen Tagen kann man die Fabrikgelände ohne Risiko besichtigen und sich einen Überblick über die Produktion verschaffen.

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