Blaue Scheune in Vitte auf Hiddensee

Blaue Scheune auf der Insel Hiddensee
Blaue Scheune auf der Insel Hiddensee


Die bekannteste Sehenswürdigkeit auf der Ostseeinsel Hiddensee (Mecklenburg-Vorpommern) ist die Blaue Scheune. Die Blaue Scheune steht in dem Ostsee Ort Vitte und war ursprünglich ein niederdeutsches Hallenhaus aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts.

Vitte Beschreibung

Vitte auf Hiddensee wurde das erste mal urkundlich erwähnt im Jahr 1513. Damals standen etwa 20 schilfgedeckte Katen, die nur zur Heringssaison genutzt wurden, an der Stelle des heutigen Ortes. Heutzutage ist der Ostsee Ort Vitte der zentrale Verwaltungssitz mit dem größten Hafen von Hiddensee. Der Hafen wird regelmäßig von der “Weißen Flotte - Reederei Hiddensee” bedient. Er besitzt für den Güterverkehr einen extra Fähranleger für die eingängige kombinierte Auto- und Personenfähre von und nach Schaprode auf der Ostseeinsel Rügen.

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Geschichte Blaue Scheune

Bekannt wurde das blaue Haus in den 1920er Jahren. In dieser Zeit wurde es für regelmäßige Ausstellungen des “Hiddenseer Künstlerinnenbundes” (Katharina Bamberg, Clara Arnheim, Elisabeth Andrae, Elisabeth Büchsel) genutzt. Die Malerin Henni Lehmann erwarb die Blaue Scheune 1920 und verlieh dem Gebäude seinen außergewöhnlichen blauen Anstrich.

Henni Lehmann wurde am 10. Oktober 1862 in Berlin geboren. Henni Lehmann entstammt aus einer jüdischen Familie die in Berlin lebten. Sie war eine politisch und sozial engagierte deutsche Künstlerin und Autorin. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde Henni Lehmann verfolgt daraufhin nahm Sie sich im Jahr 1937 das Leben.
Sie verbrachte seit dem Jahr 1907 mit Ihrer Familie die Ferien, im neu gebauten Sommer Wohnhaus, in Vitte auf der Insel Hiddensee.

Hiddensee - die Insel der Anderen: Geschichten von Zeitzeugen
Henni Lehmann machte sich sehr stark für bessere Lebensumstände auf der Ostseeinsel. Im Jahr 1913 gab Sie den Inselbewohnern ein Darlehen für den Bau eines Ärztehauses. 1914 gehörte Lehmann zu den Mitbegründern und ersten Vorstandsmitgliedern des Natur- und Heimatschutzbundes Hiddensee. Im ersten Weltkrieg war Sie eine Leiterin der Göttinger Abteilung des Nationalen Frauendienst (NFD) innerhalb des Vaterländischen Kriegshilfsdienst.

Im Jahr 1934 kaufte Elisabeth Niemeier, die geschiedene Ehefrau vom Kunstmaler Max Nikolaus Niemeier (1876-1934), die Blaue Scheune von Henni Lehmann. Henni Lehmann und andere Frauen hatten als jüdische Malerinnen und Schriftstellerinnen Berufsverbot erhalten. Elisabeth Niemeier betrieb die Kunstscheune als “Scheunenmutter” weiter bis Sie im Jahr 1952 die Insel Hiddensee verließ.

Der Maler Günter Fink (1913 in Dresden-Blasewitz bis 2000 in Berlin) stellt bereits seit 1949 seine Gemälde in der Scheune aus. Im Jahr 1955 erwirbt Günter Fink das marode Haus von einer Nichte Elisabeth Niemeiers. Er baut die Blaue Scheune als Wohnhaus und Atelier um. Günter Fink stirbt im Jahr 2000.
Seit Mai 2000 wird das Haus als Veranstaltungs- und Ausstellungsraum sowie als Bibliothek genutzt. In Erinnerung um die Verdienste von Henni Lehmann für die Insel Hiddensee wurde das Haus am 5. Juni 2000 offiziell in "Henni-Lehmann-Haus" umbenannt.

Wie ist die blaue Farbe entstanden?

Es wird vermutet dass, die Außenwände des Lehmbaus wahrscheinlich mit Kalkfarbe gestrichen wurden. Damals wurde aber üblicherweise Wäscheblau hinzugefügt um ein strahlendes Weiß zu erhalten. Dadurch hat wahrscheinlich die Blaue Scheune ihre Farbe erhalten.

Die Blaue Scheune ist zudem das letzte erhalten gebliebene “Rookhuus” oder auch Rauchhaus genannt. Es hatte keinen Kamin und der Rauch suchte sich seinen Weg durch Ritzen und Spalten im Dach. In Richtung Norden wurde ein großes Atelierfenster eingebaut. Die Blaue Scheune ist auch unter dem Namen “Kunstscheune” bekannt.

Öffnungszeiten

Die Galerie der Blauen Scheune ist heute im Sommer zweimal wöchentlich für Besucher geöffnet. Immer Mittwochs und Sonntags von 10:00 Uhr bis 12:00 Uhr.

Anfahrt & Adresse

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