Schleswiger Dom (St.-Petri-Dom)

Schleswiger Dom


Der Schleswiger Dom (St.-Petri-Dom zu Schleswig) zählt zu den bedeutendsten Baudenkmälern von Schleswig-Holstein. Er ist die Predigtkirche des Bischofs des Sprengels Schleswig und Holstein der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland. Der Schleswiger Dom ist heute Zentrum einer großen Gemeinde, die sich in drei Gemeindebezirke (Dom-West, Dom-Ost, St. Jürgen) gliedert. Der Dom ist von Mai bis September täglich von 9:00 bis 17:00 Uhr und von Oktober bis April täglich von 10:00 bis 16:00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten. Domführungen sind möglich nach Voranmeldung in der Domküsterei. Aus dem hohen Westturm kann man einen Blick auf die Stadt Schleswig werfen. Von dort sieht man unter anderem: die Altstadt, den Hafen, den neuen Stadtteil „Auf der Freiheit“ oder auch das ehemalige Gelände der Landesgartenschau 2008. Schleswig liegt ca. 25 von Eckernförde und 43km von Flensburg entfernt.

Im November 2017 begannen die seit 2015 geplanten Arbeiten zur Restaurierung des Domes, insbesondere des Westgiebels und des Westturmes.

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Bordesholmer Altar

Die gesamte Altartafel ist 12 Meter hoch und 7 Meter breit. Die Altartafel enthält fast 400 Figuren und hat eine sehr große geistlichen Aussagekraft und künstlerische Vollendung. Die Tafel schildert die christliche Heilsgeschichte von Adam und Eva bis zum Jüngsten Gericht. Im Zentrum der Altartafel stehen die Passions- und Auferstehungsgeschichten der Evangelien von der Gefangennahme Jesu bis zu den Erscheinungen des Auferstandenen. Das Mittelfeld hebt Kreuztragung und Kreuzigung durch größere Formate hervor. Über der Kreuzigungsszene thront Maria als Himmelskönigin.

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Herzog Friedrich (1471-1533) und seine Frau stifteten den Altar, den Hans Brüggemann 1514-21 in seiner Husumer Werkstatt anfertigte.

Darstellung auf der Tafel

  • Himmelfahrt und Pfingsten werden auf den Seitenflügeln abgebildet. Neben dem hochgezogenen Mittelteil sind Adam und Eva dargestellt. Über dem Ganzen schwebt Christus als Weltenrichter.
  • Die biblischen Mahlszenen im unteren Teil des Altars verweisen auf die Abendmahlsfeier im Gottesdienst und beziehen die Gemeinde in die Heilsgeschichte ein.

In der Gestaltung der Szenen hat Brüggemann sich zum Teil durch Albrecht Dürers „Kleine Passion“ inspirieren lassen. Seine eigene Meisterschaft zeigt sich in der ausdrucksvollen Individualisierung der Einzelfiguren. Quelle: domfuehrer-schleswig.de

Geschichte der Orgel

In der Mitte des 15. Jahrhunderts wurden erstmals Orgeln am Dom erwähnt, wo im Dom die Hauptorgel stand, ist allerdings unbekannt. Um 1555 wird von einem Orgelneubau berichtet, 1610 fand eine kostspielige Erneuerung statt. Auf den Stand von 1610 geht die heutige Orgel in ihrer Grundanlage zurück. Das eichene Balkengerüst, sowie Teile des Prospekts stammen aus dieser Zeit. Ein Rückpositiv muss hier bereits bestanden haben, denn es wurde 1684 erneuert. Aus diesem Werk stammen wahrscheinlich die Pfeifen der Spitzflöte, die auch im Rückpositiv der jetzigen Orgel stehen.

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Marcussen-Schuke-Orgel

1701 bis 1705 wurde die Domorgel wieder erneuert. Sie besaß auf zwei Manualen und Pedal 29 Stimmen, von denen 15 im Rückpositiv standen und nur jeweils 7 im Hauptwerk und Pedal. Bereits 20 Jahre später erweiterte man das Hauptwerk um 4, und in der Folge das Pedal um 5 Stimmen. Die Prospektgestaltung in Form und Farbe aus den Jahr 1701 wurde an der Orgel von 1963 wieder hergestellt.

Von 1746 bis 1773 fanden drei Reparaturen durch Johann Daniel Busch und J. D. Busch d.J. statt. Die Firma Angel aus Flensburg baute 1788 seitliche Pedaltürme für fünf neue Stimmen hinzu. Unter Verwendung alten Pfeifenmaterials wurde 1839 von der Firma Marcussen & Reuter eine neue Orgel gebaut (47 Stimmen auf drei Manualen). Wegen Bauschäden an der Westwand war im Jahre 1886 eine provisorische Versetzung der Orgel in das nördliche Querhaus notwendig. Im Jahre 1893 wurde die Orgel auf der neuen Empore im Westen wieder aufgebaut. Diese Arbeit geschah durch die Firma Rohlfing aus Osnabrück. Bei dieser Gelegenheit wurde das Rückpositiv entfernt.

Kurz vor dem ersten Weltkrieg sollte Marcussen einen Neubau vornehmen, der aber wegen des Kriegs nicht vollendet werden konnte. Die Firma Sauer aus Frankfurt/Oder stellte das Werk 1920 fertig. Dabei wurde zeitbedingt viel schlechtes Material verwendet. Die Traktur war erstmals pneumatisch und der Spieltisch freistehend.

1950 nahm die Firma Walcker aus Ludwigsburg mehrere Reparaturen vor. Die Traktur wurde elektrifiziert. 1953 musste ein neuer Orgelmotor eingebaut werden, da die gesamte Stadt Schleswig von Gleichstrom auf Wechselstrom umgestellt wurde. Der ursprünglich Pfeifenbestand ging im Laufe der zahlreich Erweiterungen und Umbauten bis auf wenige Ausnahmen verloren.
Die Sauerorgel war dann bald reparaturbedürftig geworden. Wegen der eindeutigen Sachlage, dass die Reparaturen teurer würden als ein Neubau, wurden am 12.7.1958 folgende Firmen um Angebote gebeten:

  1. Walcker, Ludwigsburg.
  2. Kleuker, Brackwede.
  3. Beckerath, Hamburg.
  4. Marcussen, Apenrade,

wobei Marcussen erst später um ein Angebot gebeten wurde. Nach langen Überlegungen bekam am 9./10.7.1960 die Firma Marcussen den Zuschlag für einen Neubau. Am 22.1.1963 wurde mit dem Abbau der alten Orgel begonnen, ab August begann der Aufbau der neuen Orgel. Der Festgottesdienst zur Einweihung fand am 22.12.1963 Uhr statt. Der Preis für das Instrument von der Firma Marcussen betrug 195.148 DM.

Die Pfeifen der Orgel sind nun wieder im Prospekt von 1701 untergebracht, allerdings stehen sie wesentlich enger als zuvor (weil es mehr Register waren als zur Entstehungszeit des Prospekts). Der in die Emporenbrüstung eingelassene Teil der Orgel, das Rückpositiv, wurde völlig neu in neu entworfenem Gehäuse erbaut, da von den verschiedenen Brüstungsorgeln, die im Laufe der Jahrhunderte hier gestanden haben, nichts mehr vorhanden war. 1989 erfolgte die Instandsetzung der gesamten Orgel für 42.100 DM. 1991 kam es zu Durchstechern im Hauptwerk wegen der Lösung von Leimfugen in der Windlade. Es folgten Ausbau, Reparatur, Wiederaufbau und die Nachintonation. Außerdem wurden 50 Tastenbeläge aus Elfenbein erneuert. Die elektronischen Schaltanlage für die freie Pedalkombination wurde geändert. Die Kosten für diese gesamte Instandsetzung betrug 47.847 DM. (Quelle: schleswigerdom.de)

Informationen zur Sanierung

Die ersten Schäden waren schon 1894 nach der Fertigstellung des Turms sichtbar. Eine umfangreiche Sanierung konnte erst nach Ende des 2. Weltkriegs vorgenommen werden. Allerdings wurden damals - wie sich jetzt heraus stellte - nicht frostsichere Ziegeln verwendet. Auch der Mörtel war nicht optimal zusammengesetzt. In der Folgezeit drang kontinuierlich Regenwasser in den Turm ein. Das Wasser sammelte sich im Mauerwerk und im Inneren des Turms, es bildeten sich mehr und mehr Risse. In den 1990er Jahren mussten deshalb zahlreiche Hohlräume im Turmmauerwerk verpresst und Risse geschlossen werden. Durch diese Maßnahmen konnte der Wassereintrag verringert, jedoch nicht völlig aufgehalten werden. Im Jahr 2000 hat die Gemeinde die Fugen zwischen den Kupferscharen des Turmdaches abdichten lassen, über die ebenfalls Wasser eingedrungen war. Die fortgesetzte Schädigung konnte trotz aller Maßnahmen nicht aufgehalten werden:

Im Turm ist Wasser, das Mauerwerk ist voller Risse

Auch der mit Kupfer gedeckte Turmhelm blieb nicht verschont: Eindringendes Wasser hat zu Schäden an der Konstruktion des Dachstuhls geführt, Korrosionsschäden sind deutlich sichtbar. Von der Nässe sind auch die Westgiebel betroffen, mit schwerwiegenden Auswirkungen auf das Raumklima. Die wertvolle Ausstattung des Doms leidet durch die Raumfeuchte, auch die hölzerne Dachkonstruktion ist nicht mehr intakt. Infolge all dieser Schäden platzen seit 2004 immer wieder Steinteile ab. Um Besucherinnen und Besucher des Doms zu schützen, ist seit 2011 ein Schutzgerüst aufgestellt.

Die Bauaufsicht vom Schleswiger Dom beauftragte im Sommer 2014 die Firma Dr. Krekeler Generalplaner GmbH mit der Erstellung eines Sanierungskonzeptes. Das Sanierungskonzept sieht eine umfassende Instandsetzung des Turmschafts und der Westfassade vor, die den klimatischen Bedingungen Schleswig-Holsteins Rechnung tragen und somit nachhaltig zum Erhalt des Doms beitragen soll. In die Gesamtsanierung mit einbezogen werden Restaurierungsarbeiten im Inneren des Doms, sowie auch im Bereich der Fürstengruft.

Den Schwerpunkt der Arbeiten wird jedoch die Sanierung von Turm und Westfassade bilden. Das vorgesehene Verfahren sieht eine Bekleidung der Turmpfeiler aus Kupferblech vor, die der hohen Schlagregenbeanspruchung entspricht. Die Fassade bzw. das Mauerwerk der Pfeiler kann unter der Bekleidung erhalten bleiben, sie muss jedoch repariert werden. Die Giebel der Westfassade des Domes sollen im oberen Bereich vollständig erneuert werden, der untere Bereich wird umfassend instandgesetzt. Für das Gesamtvorhaben wird gegenwärtig eine Planungs- und Bauzeit von mindestens fünf Jahren veranschlagt.

Die Kosten des Gesamtvorhabens belaufen sich der vorliegenden Kostenschätzung zufolge auf 17,3 Mio Euro.

Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat vor dem Hintergrund der besonderen kulturellen Bedeutung des St. Petri-Doms mit Beschluss vom 12. November 2015 eine Förderung in Höhe von 50 Prozent des Gesamtvolumens in Aussicht gestellt. Trotz der zugesagten Mitfinanzierung durch den Bund und trotz der Unterstützung durch die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland ist die Kirche auf Spenden angewiesen.

Spendenkonto

Wir bitten Sie: Helfen Sie uns durch eine Spende, den Westturm unseres Schleswiger Doms zu restaurieren.  Landeskirchenamt Nordkirche
Evangelische Bank eG
Konto-Nr. 480 6565000
BLZ 520 604 10
IBAN DE03 5206 0410 4806 5650 00
BIC GENODEF1EK1
Verwendungszweck: Spende Dom SL, Anschrift der Spenderin / des Spenders

Eine Spendenbescheinigung wird Ihnen zugesandt.

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