Urlauberin übt Kritik an Verhalten der Gäste und steigenden Preisen
Usedom. Seit Jahrzehnten verbringt eine Urlauberin ihre Ferien auf der Ostseeinsel Usedom. Die gebürtige Thüringerin, die inzwischen in Baden-Württemberg lebt, verbindet viele positive Erinnerungen mit der Insel. Orte wie Bansin, Heringsdorf, Ahlbeck und zuletzt Zinnowitz sind für sie Teil ihrer ganz persönlichen Ostsee-Geschichte. „Ich liebe diese Insel“, betont sie im Gespräch mit dem Nordkurier. Doch trotz aller Zuneigung wächst bei ihr der Ärger von Jahr zu Jahr.
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Urlauber als Hauptproblem
Für die Urlauberin sind es nicht die Einheimischen, sondern viele andere Touristen, die ihr den Urlaub verleiden. Ich habe den Eindruck, dass die Regeln nicht immer ganz so beherzigt werden, wie sie es vielleicht sollten. Sie beobachtet regelmäßig Strandbesucher, die über die Dünen laufen, obwohl diese streng geschützt und mehrfach per Lautsprecherdurchsage auf das Betretungsverbot hingewiesen werden. Hundehalterinnen und Hundehalter genossen es, ihre Tiere an den normalen Stränden ohne Leine laufen zu lassen, anstatt die ausgewiesenen Hundestrände zu nutzen.
Ein Thema, das ihr besonders am Herzen liegt, ist der Müll. „Ich selber rauche, aber ohne Strandaschenbecher gehe ich nicht an den Strand“, sagt die Urlauberin. Viele andere Gäste hingegen ließen ihre Glimmstängel achtlos im Sand verschwinden – eine Umweltsünde, die nicht nur den Küstenschutz gefährdet, sondern auch für Familien mit Kindern ein echtes Ärgernis ist.
Auch der Umgang mit den ehrenamtlichen Strandwächtern bereitet der Urlauberin Sorgen. „Manche Menschen sind leider immer noch unfreundlich zu ihnen, während sie sich liebevoll um die Urlauber kümmern. Dabei machen sie diese Arbeit freiwillig und unbezahlt für uns alle – und wir sind sehr dankbar für ihr Engagement.“
Preise steigen – Urlaub für viele kaum noch bezahlbar
Neben dem Verhalten der Gäste bemängelt die Urlauberin die Preisentwicklung. „Fünf Euro für einen Crêpe sind doch etwas zu viel“, sagt sie. Und auch Unterkünfte würden Jahr für Jahr teurer. Sie sind besorgt, dass sich immer weniger Familien einen Aufenthalt auf Usedom leisten können. Die Befürchtung: Stammgäste, die die Insel seit Jahrzehnten besuchen, könnten künftig wegbleiben.
Usedom im Spannungsfeld von Massentourismus und Nachhaltigkeit
Mit jährlich über fünf Millionen Übernachtungen ist Usedom eine der beliebtesten Ferieninseln Deutschlands. Doch der Boom hat auch seine Schattenseiten: Die Infrastruktur ist vielerorts ausgelastet, Küstenschutz und Naturschutz stehen unter Druck, und die Einheimischen klagen über steigende Lebenshaltungskosten. Gleichzeitig weisen Touristiker darauf hin, dass überzogene Preise und fehlende Rücksichtnahme auf Regeln den Ruf der Insel langfristig gefährden könnten.
Die Meinung der Urlauberin spiegelt also ein größeres Problem wider, und wir sollten uns alle darüber Gedanken machen: Wie können wir den Tourismus so gestalten, dass sowohl unsere geschätzten Gäste als auch die Menschen, die hier leben, profitieren – ohne dass dabei Natur und Erschwinglichkeit auf der Strecke bleiben?
Fazit: Trotz kleinerer Unannehmlichkeiten zieht es die Urlauberin weiterhin nach Usedom. "Die Menschen hier sind wirklich großartig und die Insel ist einfach traumhaft", schwärmt sie. Ihre Botschaft an alle Urlauber ist klar und deutlich: Rücksichtnahme und Respekt sind der Schlüssel, um Usedom auch für die kommenden Generationen als wunderbares Urlaubsparadies zu bewahren.
Quelle: https://www.nordkurier.de/regional/usedom/ich-rege-mich-von-jahr-zu-jahr-mehr-auf-das-stoert-eine-urlauberin-auf-usedom-3866201