Buch über “Dunkle Honiggeschäfte” von Patricia Brandt

Honig und Bienen
Ostsee Urlaub

Interview mit Krimi-Autorin Patricia Brandt über »Imkersterben«

Buchbeschreibung: Imkern ist der neueste Trend – und ein gefährliches Geschäft? Als sich Imker Kurt Tietjen auf seinem Moped wegen eines über den Feldweg gespannten Drahtes das Genick bricht, spielt die Polizeiführung den Fall herunter. Doch Kommissar Oke Oltmanns spürt, dass mehr dahintersteckt. Dann findet er heraus, dass Tietjens Honig mit Glyphosat verseucht war. Als es ein weiteres Opfer aus der Bienen-Branche gibt, ist Oke sich sicher, dass an der Küste neben dem Bienensterben das Imkersterben beginnt …

Patricia Brandt stammt gebürtig aus Neustadt am Rübenberge. Nach ihrem Germanistikstudium in Bremen hat sie bei der Nordsee-Zeitung volontiert und seitdem für verschiedene Medien (darunter Focus, dpa, NDR Fernsehen) gearbeitet. Seit mehr als 20 Jahren ist sie als Redakteurin für den Bremer Weser-Kurier tätig und schreibt auch Kolumnen für den Burda-Verlag. Den Bienen in ihrem Garten hat die Autorin eine eigene Zeitungsserie „Die Bienenmutter“ gewidmet: Mehr als ein Jahr lang berichtete sie über ihre Anfänge als Imkerin. Patricia Brandt lebt mit ihrem Mann, zwei Kindern, einem Hund und inzwischen drei Bienenvölkern in der Nähe von Bremen.

Patricia Brandt
Patricia Brandt

Honig zählte bis 2020 zu den Top Ten der gefälschten Lebensmittel

Das Thema Lebensmittelkriminalität ist hochaktuell: Das begehrte Naturprodukt Honig zählte bis 2020 zu den Top Ten der gefälschten Lebensmittel. Die Einfuhr von mit Zuckersirup gestreckten Produkten bringt heimische Honigproduzenten enorm unter Druck. Welche Konsequenzen dies nach sich zieht, zeigt die Autorin Patricia Brandt in ihrem neuen Kriminalroman »Imkersterben«. Mit viel Humor lässt sie darin ihren schrulligen XXL-Kommissar Oke Oltmanns in dunklen Honiggeschäften ermitteln. Der Dorfsheriff bekommt diesmal einen neuen Partner an die Seite gestellt, mit dem er, neben dem Imkersterben, mehrere Wohnwagen-Diebstähle an der Küste aufklären muss. Nach ihrem Erstlingswerk »Krabben-Connection« präsentiert die Autorin nun einen weiteren Krimi zum Schmunzeln und Lachen. Ganz nebenbei tauchen die LeserInnen in die Welt der Imker ein und erfahren Wissenswertes über die nützlichen Insekten. Als Neuimkerin weiß Patricia Brandt, worüber sie schreibt.

Wie sind Sie darauf gekommen, einen Krimi über Bienen zu schreiben?

Patricia Brandt: Eigentlich wollte ich nur etwas Gutes für die Umwelt tun und habe bei einem Bremer Imkerverein einen Kursus belegt. Heute kann ich sogar sagen, dass ich mit meinem Schwarm zusammenlebe: Er saß in acht Metern Höhe im Weißdorn in unserem Garten. Bienen sind aus meinem Leben kaum noch wegzudenken – und so kommen sie nun auch in meinem zweiten Ostsee-Krimi vor.

Worum geht es in »Imkersterben«?

Es geht um dunkle Honiggeschäfte. Die geschiedene Imkerin und Sargbauerin Tilda Schwan aus dem einstigen Fischerdorf Hohwacht bekommt einen tollen Deal angeboten. Sie soll eine Supermarktkette mit ihrem Honig beliefern. Schnell wird ihr klar, dass sie den Honig strecken müsste, um die geforderte Menge zusammenzubekommen. Damit nimmt das Schicksal seinen Lau und der schrullige Dorfpolizist Oke Oltmanns muss gleich eine ganze Reihe von Todesfällen aufklären.

Sie schreiben über Honigpanscher. Wie groß ist die Gefahr, an gefälschte Ware zu kommen?

Noch 2018 gehörte Honig zu den am häufigsten verfälschten Lebensmitteln weltweit. Gepanscht wird mit billigem Sirup und anderen Substanzen. Das Europäische Parlament hat hier aber inzwischen härtere Strafen gefordert, denn die zumeist importierten Fake-Honige bedeuten erhebliche Gesundheitsgefahren für die Verbraucher.

Worauf müssen Kunden beim Honigkauf achten?

Gut beraten ist man sicher mit Honig mit dem Siegel des Deutschen Imkerbunds e.V.. Denn dieser muss über die Bestimmungen des Lebensmittelgesetzes hinaus den noch strengeren Qualitätsrichtlinien des Imkerbunds genügen. Der Honig muss in Deutschland erzeugt und naturbelassen sein und zudem einen Wassergehalt von unter 18 Prozent aufweisen. Und ich würde immer auch den Imkern aus meiner Nachbarschaft vertrauen. Viele verkaufen ihren Honig sogar unter Preis, wenn man bedenkt, wie viel Arbeit die Bienen machen.

Erfährt man in Ihrem Buch auch etwas über die Insekten selbst?

Ja, ganz nebenbei erfahren Leserinnen und Leser mehr über die erstaunliche Welt der Imker und ihrer Bienen. Zum Beispiel fand ich es immer faszinierend, dass die Bienen eine konstante Wärme im Stock benötigen und deshalb die Temperatur selbst regulieren. Bei Hitze freuen sie sich aber über eine Wasserstelle im Garten.

Haben Sie Ihren eigenen Garten auf die Bienen ausgerichtet? Was blüht dort?

Zusammen mit meinem Mann und meinen Kindern habe ich neben einer Wasserstelle auch viele Pflanzenbeete angelegt, auf die Bienen fliegen. Unsere nützlichen Haustiere sollen möglichst das ganze Jahr über etwas im Garten finden, denn wir wohnen ländlich und dort gibt es das Problem der Monokulturen. Wir haben vorgesorgt: Früh im Jahr blühen unheimlich viele Schneeglöckchen in unserem Garten, später dann Obstgehölze und Stauden wie Glockenblumen, Indianernesseln und Kugeldisteln. Nicht zu vergessen die Astern, die inzwischen alles überwuchern. Im Sommer sind übrigens auch unsere Rambler-Rosen Bobby James und Ghislaine de Feligonde der Hit bei Honig- und Wildbienen. Glücklicherweise haben wir zudem sehr bienenfreundliche Nachbarn, die allesamt ihre Gärten zum Blühen gebracht haben – den Bienen zuliebe.

Sie haben nicht nur zwei Krimis, sondern auch ein Gartenbuch geschrieben. Kommen darin auch Bienen vor?

Ja, aber nicht nur. Es handelt sich hier um ein Best-of meiner Zeitungskolumne „Im grünen Bereich“, die im Bremer Weser-Kurier erschienen ist, illustriert mit Bildern meiner Kollegin Sabine Rosenbaum. Hier erfahren die Leserinnen und Leser mehr über die geheimen Kräfte des Spüli im Garten, einen Extrem-Mäher und wie man einen Giersch-Smoothie formvollendet zu sich nimmt. Enthalten sind aber eben auch Geschichten von unseren Gartenbewohnern: Vögel, Ameisen, Marder, Frösche und natürlich Bienen…

In Ihrem ersten Krimi »Krabben-Connection« ging es um die seltene Stranddistel, im zweiten um Bienen. Wird der dritte Krimi wieder ein Öko-Krimi?

Ich bin ganz am Anfang der Recherchen. Aber ich denke schon, dass die Umwelt eine Rolle spielen wird. Aktuell beschäftigt sich meine Familie mit der Idee, Gartenhühner anzuschaffen…mal sehen, was mir dazu noch einfällt.

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Letzte Aktualisierung am 12.06.2021 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API


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