Leuchtturm Darßer Ort mit Natureum

Seefeuer Leuchtturm Darßer Ort mit Naturreum
Seefeuer Leuchtturm Darßer Ort mit Naturreum

Das Seefeuer Leuchtturm Darßer Ort steht an der nordwestlichen Spitze der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst und warnt den Schiffsverkehr vor den Untiefen der Darßer Schwelle. Mit dem Auto kommt niemand hin. Wer den Turm sehen will, geht rund fünf Kilometer zu Fuß durch den Darßwald, nimmt das Rad oder steigt in Prerow in eine Pferdekutsche. Genau das macht den Ort aus.

Geschichte vom Leuchtturm Darßer Ort

Der runde Bau aus roten Ziegeln entstand zwischen 1847 und 1848. Am 16. November 1848 lief der Testbetrieb an, seit dem 1. Januar 1849 brennt das Feuer regulär. Damit gehört der Turm zu den ältesten Leuchttürmen an der deutschen Ostseeküste.

Der Turm misst 35,4 Meter, das Feuer sitzt auf 33 Metern Höhe und ist 23 Seemeilen weit zu sehen, also gut 42 Kilometer. Die Kennung lautet Fl (2+4) W 22s: zwei Blitze, dann vier, alle 22 Sekunden. Wer nachts am Weststrand steht, kann den Rhythmus mitzählen.

Elektrisch betrieben wird das Feuer seit 1936, ferngesteuert seit 1978. Ein Wärterhäuschen steht noch immer neben dem Turm, bewohnt wird es von keinem Leuchtturmwärter mehr. Zuständig ist heute das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Ostsee, der Turm steht unter Denkmalschutz.

Zwischen 1962 und 1995 war der Darßer Ort für Besucher gesperrt. Nach dem Mauerbau lag die Nordspitze im Grenzgebiet der DDR, Zugang gab es nur mit Sondergenehmigung. Erst im März 1995 durfte wieder jeder hierher. Diese drei Jahrzehnte Abgeschiedenheit sind ein Grund dafür, dass die Landschaft heute so unberührt wirkt.

Leuchtturm Darßer Ort mit Natureum am Fuß des Turms

Auf den Leuchtturm steigen: 134 Stufen

Der Turm kann bestiegen werden, das ist im Eintritt fürs Natureum enthalten. Über eine gusseiserne Wendeltreppe geht es 134 Stufen hinauf zur Aussichtsplattform. Oben ist es meist windig, auch bei ruhigem Wetter unten am Waldrand.

Der Blick lohnt den Aufstieg: Nach Norden die offene Ostsee, nach Süden der Darßwald bis zum Bodden, bei klarer Sicht taucht im Osten Hiddensee auf. Von oben sieht man die Form der Landspitze, und die verändert sich ständig. Am Darßer Ort wächst das Land nach Nordosten, während der Weststrand jedes Jahr Sand verliert.

Die Treppe ist eng und für Kinderwagen ungeeignet. Hunde dürfen nicht mit hinauf, auf dem Gelände sind sie an der Leine erlaubt. Barrierefrei ist das Gelände nicht.

Das Natureum am Leuchtturm

Am Fuß des Turms liegt das Natureum, seit 1991 eine Außenstelle des Deutschen Meeresmuseums Stralsund. Untergebracht ist es in den ehemaligen Wärterhäusern und Stallgebäuden, alles unter Denkmalschutz.

Die Ausstellungen behandeln den Lebensraum Darß, die Tiere der Region, die Ostseeküste und die Küstendynamik. Ein Relieftisch zeigt, wie sich die Küstenlinie verschiebt. Der Weststrand verliert im Schnitt jedes Jahr Boden, das Material lagert sich am Darßer Ort wieder an. Die Halbinsel wandert, langsam, aber messbar.

Im Aquariengebäude stehen rund 20.000 Liter Ostseewasser. Zu sehen sind Fische und wirbellose Tiere aus der Ostsee, also das, was direkt vor der Haustür schwimmt. Seit 2016 gibt es ein Bernsteinkabinett, dazu eine Abteilung über den Wald bei Nacht mit den dämmerungsaktiven Tieren des Darßwaldes.

Im Außengelände liegt ein Feuchtbiotop mit Fröschen, Kröten, Molchen und Wasserinsekten. Ein Strand- und Dünengarten zeigt die Pflanzen, die mit Salz, Sand und Wind zurechtkommen.

Für die Ausstellungen selbst reicht knapp eine Stunde. Mit Leuchtturm, Außengelände und einer Pause im Café sollte man zwei bis drei Stunden einplanen, plus An- und Rückweg.

Anreise zum Darßer Ort

Der Darßer Ort liegt im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft, in der Kernzone. Autos bleiben draußen. Parkplätze gibt es in Prerow, Born, Wieck und Ahrenshoop.

Zu Fuß ab Prerow: Vom letzten Parkplatz am westlichen Ortsrand sind es etwa 4,5 bis 5 Kilometer durch den Darßwald. Rechnen Sie mit 60 bis 75 Minuten je Richtung. Der Weg ist eben und gut markiert.

Mit dem Rad: Die schnellste Variante, 20 bis 30 Minuten ab Prerow. Auf den sandigen Abschnitten haben schmale Rennradreifen nichts verloren, ein normales Tourenrad reicht. Am Ziel gibt es einen Fahrradabstellplatz, der 2024 neu angelegt wurde.

Mit der Pferdekutsche: Ab Prerow fahren mehrere Anbieter, die Fahrt dauert je nach Route etwa eine Stunde je Richtung. Für alle, die nicht gut zu Fuß sind, ist das die bequemste Lösung. Voranmeldung ist in der Hauptsaison sinnvoll.

Wer aus Born oder Ahrenshoop kommt, sollte das Rad nehmen, zu Fuß werden die Strecken lang. Und noch ein Punkt, der im Nationalpark ernst genommen wird: In der Kernzone gilt striktes Wegegebot. Abkürzen quer durch die Dünen ist nicht erlaubt, hier brüten geschützte Vögel.

Öffnungszeiten und Eintritt

Juni bis August: täglich 10 bis 18 Uhr
Mai, September, Oktober: täglich 10 bis 17 Uhr
November bis April: Mittwoch bis Sonntag, 11 bis 16 Uhr

Einlass ist jeweils bis 30 Minuten vor Schluss. Der Eintritt liegt bei rund 6 Euro für Erwachsene, ermäßigt 4 Euro, Kinder von 4 bis 16 Jahren zahlen 3 Euro, jüngere Kinder sind frei. Der Leuchtturmaufstieg ist im Ticket enthalten.

Im Café im früheren Wärterhaus gibt es Getränke und Kleinigkeiten, es liegt innerhalb des Ausstellungsgeländes und ist nur mit Ticket zugänglich. Toiletten befinden sich außerhalb. Weit und breit gibt es sonst keine Versorgung, also Wasser einpacken.

Kontakt: NATUREUM Darßer Ort, Darßer Ort 1 bis 3, 18375 Born am Darß, Telefon 038233 304.

Bilder vom Leuchtturm mit Naturreum

Bilder von Heidrun Zobel

Was rund um den Leuchtturm noch liegt

Der Weg lohnt sich auch ohne Museumsticket. Nördlich des Geländes führt seit Februar 2024 ein neuer Bohlenweg zum Nordstrand.

Wo bis 2023 der Nothafen Darßer Ort lag, ist heute wieder Natur. Der Hafen wurde im September 2023 geschlossen und bis Mai 2024 vollständig zurückgebaut, samt Molen, Plattenwegen und Lagerhalle. An seiner Stelle ist der Ottosee zurückgekehrt, eine flache Lagune. Seehunde, Fischotter, Regenpfeifer und Rotwild haben sich das Gelände schnell zurückgeholt. Die Aufgaben des alten Hafens übernimmt seit 2024 der Inselhafen Prerow, gebaut für rund 42 Millionen Euro außerhalb der Nationalpark-Kernzone.

Wer nicht denselben Weg zurückgehen will, nimmt den Rundweg durch Dünen und Strandgarten. Er ist Fußgängern vorbehalten, dafür deutlich ruhiger als der Hauptweg.

Zwei Kilometer weiter westlich beginnt der Weststrand, bekannt für seine windgebeugten Kiefern und das Treibholz, das keiner wegräumt. Vom Darßer Ort lässt sich beides an einem Tag verbinden.

Ausflugsziel für Familien mit Kindern

Leuchtturm und Natureum sind ein gutes Ziel für Kinder, vorausgesetzt, die Anreise passt. Fünf Kilometer Waldweg sind für Vierjährige eine Ansage, mit dem Fahrradanhänger oder der Kutsche wird ein entspannter Ausflug daraus.

Vor Ort gibt es viel zu sehen: die Aquarien mit Ostseefischen, das Feuchtbiotop mit Fröschen und Molchen, die Wendeltreppe im Turm und den Blick von oben. Der Relieftisch zur Küstendynamik erklärt anschaulich, warum diese Landspitze nicht bleibt, wo sie ist. Für Kinder ist das begreifbarer als jede Erklärung im Klassenzimmer.

Wann sich der Besuch am meisten lohnt

Im Hochsommer ist auf dem Weg von Prerow einiges los, besonders zwischen 11 und 15 Uhr. Wer früh startet, hat den Wald fast für sich.

Der September ist die beste Zeit für Tierbeobachtungen. Im Darßwald läuft die Hirschbrunft, und auf den Boddenwiesen rasten die Kraniche auf ihrem Zug nach Süden. Im Winter reduziert das Natureum die Öffnungstage auf Mittwoch bis Sonntag, dafür ist der Darßer Ort dann fast menschenleer. Bei auflandigem Wind ist es oben auf der Plattform allerdings ungemütlich, Jacke einpacken.

Häufige Fragen zum Leuchtturm Darßer Ort

Kann man mit dem Auto zum Leuchtturm Darßer Ort fahren?
Nein. Der Darßer Ort liegt in der Kernzone des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft, privater Autoverkehr ist dort verboten. Geparkt wird in Prerow, Born, Wieck oder Ahrenshoop.

Wie weit ist es von Prerow zum Leuchtturm?
Vom westlichen Ortsrand Prerows sind es etwa 4,5 bis 5 Kilometer, zu Fuß rund 60 bis 75 Minuten, mit dem Rad 20 bis 30 Minuten.

Kann man den Leuchtturm Darßer Ort besteigen?
Ja. 134 Stufen führen auf die Aussichtsplattform, der Aufstieg ist im Eintritt fürs Natureum enthalten.

Wie alt ist der Leuchtturm Darßer Ort?
Gebaut wurde er 1847 und 1848, das Feuer brennt regulär seit dem 1. Januar 1849.

Was kostet der Eintritt ins Natureum?
Erwachsene zahlen rund 6 Euro, ermäßigt 4 Euro, Kinder von 4 bis 16 Jahren 3 Euro. Aktuelle Preise stehen auf der Seite des Deutschen Meeresmuseums.

Sind Hunde erlaubt?
Auf dem Gelände ja, an der Leine. Auf den Leuchtturm dürfen sie nicht mit.

Karte & Anfahrt

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